Wassermanagement

Ohne Wasser kein Leben

Für das Wachstum höherer Pflanzen ist Wasser, neben Licht, Temperatur und einer ausreichenden Nährstoffversorgung, ein bedeutender Wachstumsfaktor. Rasengräser, die zu 75-90 % aus Wasser bestehen, benötigen das Wasser sowohl für den Stoffwechsel, den Nährstofftransport, zur Aufrechterhaltung des Turgordruckes als auch zur Kühlung der Pflanze. Der Wasserverbrauch von Rasengräsern beträgt pro Tag bei 20° C bis zu 2 l/m², bei 30° C bis zu 5 l/m², abhängig von der Grasart, Schnitthöhe, Windeinflüssen. Der Wasserverbrauch ist vor allem in exponierten Lagen sehr hoch und Gräser geraten dort schneller in Trockenstress.

Wassermanagement bedarf sehr viel Erfahrung und Gefühl, damit die Rasengräser gesund und vital die heißen Sommermonate ohne Schaden überstehen.

Hohe Temperaturen, schlechte Wasserversorgung, durchlässige Bodenschichten und dicke Filzschichten können den Wasserhaushalt für die Pflanzen negativ beeinflussen. Zusätzlich können durch pilzliche Aktivitäten hydrophobe (wasserabweisende) Bedingungen entstehen, die als „Local Dry Spots“ (LDS) bezeichnet werden. Hierbei handelt es sich nicht um eine Krankheit, sondern um eine Reaktion von sich ändernden Bodeneigenschaften.

Ursachen der Hydrophobie

Wasserabweisende Böden finden vor allem in sandigen Bodenaufbauten, die zu unregelmäßigen Bodenwassergehalten und zu unterschiedlichen Pflanzenwachstum führt. 

    Mögliche Ursachen für das Auftreten von LDS:

    • Verdichtete Böden
    • Ungleichmäßige Beregnung
    • Weinig Niederschlag
    • Hügeliges Gelände
    • Windverfrachtungen beim Bewässern
    • Oberflächenabfluss bei Hanglagen
    • Hohe Oberflächenspannung durch Austrocknung

    Es wird angenommen dass die Wasserabweisung von Böden durch organische Abbauprodukte der gesamten anfallenden Biomasse (Rasenfilz) verursacht wird. Vor allem die oberen 2,5 -5 cm des Bodens sind davon betroffen. Im Anfangsstadium von LDS werden in Rasenflächen kleine Flächen sichtbar, innerhalb deren sich der Rasen aufgrund von Wassermangel zunächst dunkelgrün bis bläulich färbt und der Tau am Morgen fehlt. Der „Welkepunkt“ tritt auf befallen Stellen früher ein, als bei gesunden wüchsigen Flächen.

    Der Boden befindet bereits in einer Phase immer stärkerer Austrocknung, die auch durch intensives Bewässern nicht mehr im Stande ist Wasser aufzunehmen. Das Wasser verdunstet oder läuft oberflächlich ab, sodass zu wenig Wasser für die Pflanzen zur Verfügung steht und dadurch unter massiven Trockenstress leiden.

      Feuchtigkeitsmessungen zeigen bei „ Dry Spots“ Wassergehalte zwischen 5-8 %, wo die gesättigten Flächen Feuchtigkeitswerte > 20 % Aufweisen. Der Pogo Mini ist ein kleines kompaktes Messgerät zur Feststellung der Feuchtigkeitsgehaltes im Boden. Über einen Sensor werden alle relevanten Messdaten wie Feuchtigkeit, Bodentemperatur und Leitfähigkeit in der obersten Bodenschicht (6 cm) gemessen und via Bluetooth an eine App am Smartphone weitergeleitet. Die Messdaten sind ein wichtige Hilfestellung für eine optimale Beregnungstechnik.

      Maßnahmen zur Behebung von lokalen Trockenstellen

      Um eine bedarfsgerechte Wasserversorgung für die Rasengräser im Sommer zu erzielen kommen sogenannte Wetting Agents zum Einsatz. Der physikalische-chemische Wirkungsmechanismus verbessert die Wasseraufnahme wenn lokale Trockenflecken auftreten. Dabei werden Wetting Agents verwendet die unterschiedliche Wirkungsmechanismen aufweisen.

      Produkte zur Verbesserung der Wasserführung

      Retain Pro

      Fördert die Infiltration und Verteilung von Wasser in der Wurzelzone. Die Inhaltsstoffe reagieren mit den Bodenmolekülen, damit eine Auswaschung  vermieden wird. Durch einen regelmäßigen Einsatz von Retain Pro kann Wasser in der Wurzelzone besser gehalten werden und beugt somit einer Austrocknung vor. Zur Behandlung Lokalen Trockenstellen empfiehlt sich eine zusätzliche Behandlung mit Retain Max Pellets, die beim Handwässern mit einem Applikator ausgebracht werden.

      Pervade

      Ist ein Bodenhilfsstoff zur raschen Abführung von überschüssigem Wasser, das durch Bodenverdichtungen, hohen Regenmengen und übermäßiger Beregnung entstehen kann. Der dadurch fehlende Sauerstoff im Boden kann das Wachstum negativ beeinflussen und die Infektion von Pilzkrankheiten im Sommer fördern. Die Infiltration der Floratine Bodenapplikationen wird speziell bei erhöhter Filzschicht durch die Kombination mit Pervade verstärkt. Für den punktuellen Einsatz zur Verbesserung der Wasserableitung auf Greens eignen sich die Pervade Pellets. Ausgebracht mit einem Applikator beim Handwässern, wird die Infiltration beschleunigt, damit in tiefere Bodenschichten versickern kann. Gleichzeitig kann man durch Einsatz von Pervade unerwünschte Stoffe (z.B hoher Salzgehalt) erfolgreich ausspülen.

      Bodenverbesserungsmaßnahmen

      Profile Greens Grade

      Profile Greens Grade ist ein anorganisches Bodenverbesserungsprodukt, hergestellt aus gebrannten Montmorillonit, zur Verbesserung des Bodengefüges. Ideal für den Einsatz auf Golfgrüns mit Sandaufbau. Beim Einarbeiten von Profile in hydrophobe Schichten nach dem Aerifizieren, erreicht man eine bessere Wasserspeicherung und beugt damit LDS vor. Durch diese Maßnahme wird der Wasser-Luft Haushalt wieder hergestellt und schafft Bodenverhältnisse die ein gesundes Pflanzenwachstum unterstützen.

      Werkzeug zum Behandeln von lokalen Trockenflecken

        Wetting Fork

        Durch gezieltes und effizientes Bewässern können lokale Trockenflecken mit dem Wetting Fork rasch und effizient behandelt werden. Mit einem Wasserschlauch wird über Injektionsdüsen Wasser bis in eine Tiefe von 14 cm injiziert, damit eine rasche Befeuchtung betroffener Stellen  erfolgen kann.

        Grundregeln für bedarfsgerechte Wasserversorgung gesunder Rasenflächen

        Zur funktionsgerechten und wassersparenden Wasserversorgung (Beregnung) aus Rasenflächen gelten folgende Grundregeln:

        • Verabreichung höherer Wassermengen in längeren Zeitabständen unter Berücksichtigung der Speicherfähigkeit von Boden, Pflanzenbestand und Durchwurzelungsdichte (Kontrolle durch Feuchtigkeitsmessung)
        • Vermeidung einer voll sättigenden Beregnung, damit gewisses Aufnahmereservoir für unerwartet eintretende Niederschläge erhalten bleibt.
        • Durchführung der Beregnung in den Morgenstunden um Pilzkrankheiten vorzubeugen
        • Verwendung von Wetting Agents um LDS vorzubeugen
        • Regelmäßige Wartung und Kontrolle der Beregnungsanlage
        • Mechanische Pflegemaßnahmen (Aerifizieren, Spiken, Schlitzen) durchführen, damit eine optimale Wasserführung gewährleistet wird.
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