Grüns-Geschwindigkeit

Allgemeines zur Turniervorbereitung

Die Vorbereitung auf Turniere stellt eine besondere Herausforderung an die Golfplatzpflege dar. Der Platz muss sich auf den Punkt in „Bestform“ präsentieren, während vielfach gleichzeitig der gewohnte Spielbetrieb weiterläuft.

Neben den allgemeinen Anforderungen durch DGV und PGA sind die Ansprüche so individuell, wie die Plätze selber. Deswegen gestaltet sich auch die Vorbereitung sehr unterschiedlich. Allerdings wird Wochen, teilweise auch Monate zuvor, das Pflegeprogramm umgestellt, damit zum Turnier die bestmöglichen Spielbedingungen vorliegen. Dazu gehört eine fest und treue Oberfläche mit einer entsprechenden Ballrollgeschwindigkeit.

Um dieses Ziel zu erreichen, wird die Pflanzenernährung oft verändert. Die Greens werden in Hinblick auf Stickstoff abgemagert, um das Wachstum zu reduzieren. Gleichzeitig werden alle Haupt- und Spurennährstoffe, die der Steigerung der pflanzeneigenen Abwehr und Stresstoleranz dienen, vorzugsweise als Blattdüngung regelmäßig zugeführt, beispielsweise Perk Up, Turgor, PK Fight, Carbon K und Floradox. Si, Ca, und K stärken die Zellwände und mindern dadurch Stress durch Trittbelastung und Pitchmarken.

Auch die mechanische Bearbeitung, insbesondere die Filzkontrolle hat eine große Bedeutung, da filzreiche Greens meist sehr weich bleiben. Regelmäßiges Topdressen führt zu einer festeren und damit auch schnelleren Oberfläche. Weiterhin wird in den letzten Tagen vor dem Turnier oft mehrfach (doppelt) geschnitten und/oder gebügelt.

Um den Farbaspekt zu verbessern, kommen kurz vor dem Turnier nur noch Spurennährstoffe zum Einsatz, oft Fe-haltige Produkte, wie z.B. Knife, aber auch Magnesium und Mangan können je nach Zusammensetzung des Bodens zu einer Grünfärbung führen. Besonders in den Sommermonaten ist es wichtig, dass die eingesetzten Produkte möglichst salzfrei sind, damit es nicht zu Verbrennungen durch starke Sonneneinstrahlung kommt. Auch die Zugabe von Pigmenten, wie Greenscreen schützt nicht nur die Pflanze vor zu starker UV-Belastung, sondern sorgt für eine gleichmäßige grüne Farbe ohne in die Nährstoffversorgung oder das System Boden/Pflanze einzugreifen

Spezielles zur Grüns-Geschwindigkeit

Die Grünsgeschwindigkeit – gemessen in ft oder cm – gibt Auskunft darüber, wie schnell der Ball über die Puttoberfläche rollt.

Messung der Geschwindigkeit

Sie wird mit einem Stimpmeter gemessen. Das Stimpmeter wurde bereits 1937 entwickelt und ist nach seinem Erfinder Eddie Stimpson benannt. Es handelt sich um eine Latte aus Aluminium in V-Form mit einer seitlichen Einkerbung. Auf einer möglichst geraden Fläche des Grüns wird ein Golfball in die Kerbe gelegt und das Stimpmeter langsam angehoben. Ab ca. 20 Grad Neigung löst sich der Ball aus der Kerbe und rollt das Stimpmeter herunter. Dieser Vorgang wird noch zweimal wiederholt und der Abstand von dem Punkt, an dem das Stimpmeter aufliegt, bis zu dem Punkt, wo der Ball jeweils liegen bleibt, gemessen. Aus den drei gemessenen Längen ermittelt man den Mittelwert. Von diesem aus wiederholt man die Messung in Richtung des Ausgangspunktes. Die nunmehr ermittelte durchschnittliche Lauflänge der Bälle addiert man mit dem Mittelwert der ersten Messung und teilt das Ergebnis durch zwei. Hieraus ergibt sich die tatsächliche Grünsgeschwindigkeit.

Bedeutung der Messwerte

 

Faktoren, welche die Ballgeschwindigkeit verbessern können

  • Grünsrollen/ Bügeln (TruTurf)
  • Blattversteifen mit Hilfe von Silizium (Turgor)
  • sauberer/ scharfer Schnitt (JRM Untermesser)
  • regelmäßiges Topdressen durch die Saison
  • Vertikutieren
  • CrossCut
  • Wassermanagement (POGO Mini, siehe auch Kapitel Wassermanagement)

Bedeutung der Grüns-Geschwindigkeit

Die Qualität eines Grüns zeichnet sich nicht allein durch seine Geschwindigkeit, sondern auch durch andere Faktoren wie den Pflegezustand, die Festigkeit/ Härte und Ball-Treue aus.

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