Schnee

Neben sinkenden Temperaturen, ergiebigen Niederschlägen, anhaltender Nässe und hoher Luftfeuchtigkeit, stellt eine geschlossene Schneedecke im Winter eine Herausforderung für Gräser und Greenkeeper dar.

Welche Szenarien gibt es?

Es muss zwischen unterschiedlichen Szenarien differenziert werden. Während im alpinen Raum meist über Wochen, teilweise auch Monate eine geschlossene Schneedecke auf den Rasenflächen liegt, ist es in anderen Regionen sehr unterschiedlich. Vielfach fällt der Schnee auf wassergesättigte ungefrorene Böden und dadurch kann es zu erheblichen Schäden z.B. durch eine Infektion mit Michrodochium nivale kommen. Die Temperatur ist dann an der Bodenoberfläche noch verhältnismäßig hoch, die Schneedecke wirkt wie eine Klimakammer schützt vor Austrocknung und lässt Schaderreger gedeihen. Dazu sind oftmals nur wenige Tage unter geschlossener Schneedecke ausreichend.

Welche Präventivmaßnahmen sind möglich?

Da Kontaktfungizide durch Niederschläge oder schmelzenden Schnee von der Oberfläche der Gräser entfernt werden, kann deren Wirkung durch die Zugabe von einem Haftmittel, wie NU-Film-P verlängert werden. Da die Anzahl an zugelassenen Fungizid-Applikationen begrenzt ist, müssen alle Maßnahmen des integrierten Pflanzenschutzes ergriffen werden, um die Gräser vor einem Befall zu schützen. Dazu gehört die entsprechende Herbstdüngung und Vorbereitung auf die Winterruhe, aber auch das Trockenhalten der Oberflächen durch Anti-Taus, wie Dew Clear und Infiltrationsmittel, wie Pervade. Das Entfernen von Schnee trägt ebenfalls zum schnelleren Abtrocknen der Oberflächen bei, sollte aber im Zusammenhang mit der Gesamtwetterlage gut erwogen werden.

In einem langen harten Winter stellt Schnee auch einen Schutz dar; wird er entfernt, können abiotische Schäden wie Kahlfrost oder auch das Abfrieren der Wurzel leichter eintreten als unter Schnee. Auch durch das Entfernen als solches können Schäden an der Narbe entstehen, vor allem wenn die Schneemenge nur gering ist. In einem wechselhaften weniger strengen Winter mit regelmäßigen Niederschlägen kann dagegen das Entfernen des Schnees insbesondere auf ungefrorenem Boden eine sinnvolle vorbeugende Maßnahme sein. Diese Regionen zeichnen sich durch wechselhafte Temperaturen ober- und unterhalb des Gefrierpunktes aus, wodurch sich vielfach gar keine echte Winterruhe bei den Gräsern einstellen kann. Häufig ist Winterspielbetrieb auf diesen Plätzen durchaus eine Option. Dies stellt für die Gräser eine zusätzliche Belastung dar, weil sowohl das wechselhafte Klima als auch die Nutzung zum Verbrauch der Reservestoffe beitragen, die zu dieser Zeit nicht nachgeliefert werden können.

In jedem Fall dient die Vorbereitung auf den Winter mit entsprechenden Pflege- und Düngeprogrammen nicht nur zur Vermeidung von Schäden abiotischer und biotischer Art, sondern auch zur Weichenstellung für die kommende Spielsaison.

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